| Quelle: Hilpoltsteiner-Zeitung | Datum: 26. April 2008 |
Speck räumt Steine aus dem Weg
Ersten Spatenstich für die Pumpenfabrik im Gewerbegebiet Sindersdorf
Hilpoltstein (car) – „Es geht Schlag auf Schlag“, stellte der stellvertretende Landrat Ottto Heiß gestern Vormittag fest. Zum zweiten Spatenstich innerhalb von zwei Monaten traf man sich im Sindersdorfer Gewerbegebiet. Diesmal lud die Hilpoltsteiner Pumpenfabrik ein: auf 4000 Quadratmetern entsteht der Neubau des Firmensitzes – und es werden weitere Firmen folgen, versprach Bürgermeister Neuweg.
Wie sich die Zeiten ändern: Erst vor knapp zwei Jahren hatte die Hilpoltsteiner Firma Speck Pumpen Insolvenz angemeldet. Doch nachdem der Amberger Unternehmer Thomas Winter mit seiner Winter-Group den Betrieb übernommen hatte, ging es wieder steil nach oben. So steil, dass der Platz für den Pumpenhersteller in Hilpoltstein zu knapp wurde. Die Mitarbeiterzahl ist seit der Übernahme von 65 auf 745 gestiegen, „und es können täglich mehr werden“, sagt Winter. Aber dazu braucht die Fabrik mehr Platz und will dringend umziehen.
Deshalb hat Winter Ende des vergangenen Jahres die Pläne für einen Neubau im Sindersdorfer Gewerbegebiet eingereicht – gestern hielten er, sein Vater und Firmensenior Helmut Winter, Bürgermeister Helmut Neuweg, Landratsstellvertreter Otto Heiß, Architekt Michael Flierl sowie Finanzier Christian Wenzel und Projektmanager Harald Deichl schon die ersten Spaten in der Hand.
Entstehen wird auf der insgesamt 11000 Quadratmeter großen Fläche bis Oktober ein neuer Produktionstrakt mit 3200 Quadratmeter Bürofläche. Damit vergrößert sich, so Winter, die Produktionskapazität um 30 bis 40 Prozent. Die Größe wird, so Winter, für die nächsten vier bis fünf Jahre und bis zu 100 Mitarbeiter gut ausreichen. Und für weitere Expansionen ist vorgesorgt: die Pumpenfabrik Hilpoltstein könnte sich auf insgesamt 27000 Quadratmeter ausdehnen, dafür hat die Winter-Group die Kaufoption. Ausgegeben werden für den Umzug, der bis Ende November über die Bühne gehen soll, rund 4,5 Millionen Euro. Mit dem Kauf von neuen Maschinen steigt die Investitionssumme auf 5,2 Millionen, berichtete der Amberger Unternehmer.
„Ein bewegender Tag“, attestierte Otto Heiß auch der Stadt Hilpoltstein und Bürgermeister Neuweg, der in seinen letzten Amtstagen noch den Erfolg seiner Gespräche erleben dürfe. Als sportlich erlebe nicht nur die Hilpoltsteiner Pumpenfabrik, die dynamisch und fit in die Zukunft gehe und Steine aus dem Weg räume, sondern auch Landkreis, der dem Unternehmen innerhalb von neuen Tagen die erforderlichen Baugenehmigungen ausgestellt habe.
Die Dynamik von Thomas Winter betont und bewundert auch der Bürgermeister. Nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt von zweieinhalb Jahren habe dieser „Glücksfall für Hilpoltstein „ gemeinsam mit „unkonventionellen Initiativen“ der Stadt dafür gesorgt, dass hier ein Quantensprung“ gelungen ist. Auf dem alten Firmen-Areal entstehen Wohnungen.
Mit dem Zuzug ins Gewerbegebiet ist es damit nicht vorbei, kündigt Neuweg and: das Hotel im Gewerbegebiet will im Sommer bereits eröffnen, der Umzug der Firma Maas & Roos ins Gewerbegebiet steht auch bevor. „ Und dann ist schon bald kein Platz mehr“. Wie die Zeiten sich ändern.
| Quelle: Hilpoltsteiner-Kurier | Datum: 25. April 2008 |
Ran an den Speck: Neubau in Rekordzeit
Bereits Ende November soll die Produktion der Firma Speck-Pumpen am neuen Standort laufen / Gute Auftragslage
Hilpoltstein (HK) 5,2 Millionen Euro investiert die Winter-Group in den neuen Standort der Hilpoltsteiner Firma Speck-Pumpen. Am Freitag war der Spatenstich und bereits Ende November will Investor Thomas Winter mit der kompletten Firma umgezogen sein.
Vor und zweieinhalb Jahren stand Speck-Pumpen vor dem Aus. Doch die Firma wächst seit dem Engagement der Winter-Group in rasendem Tempo: „ Unsere Auftragslage ist gut“, sagt Investor Thomas Winter. „Wir bräuchten noch mehr Mitarbeiter, doch wir bringen sie an dem alten Standort nicht unter.“
Mit 65 Mitarbeitern hat Winter die Firma Speck-Pumpen übernommen, er beschäftigt derzeit 75. Weitere fünf Neueinstellungen sind noch bis zum Umzug geplant – Tendenz steigend. „An dem neuen Standort können wir mit bis zu 100 Leuten arbeiten, wenn das nicht reicht, müssen wir eben noch mal anbauen.“
Rund 3200 Quadratmeter Produktionsfläche entstehen im Gewerbegebiet und noch mal 800 Quadratmeter für Büros. In dem neuen Gebäude steht damit 30 bis 40 Prozent mehr Fläche zur Verfügung, als in den Hallen auf dem reichlich verwinkelt bebauten bisherigen Gelände in der Lohbachstraße.
Rund 11000 Quadratmeter umfasst das neue Grundstück, doch die Winter-Group hat sich bereits die Option auf weitere 27000 Quadratmeter gesichert. „Wenn wir so weiter wachsen, wie in den vergangenen zweieinhalb Jahren, dann reicht der derzeitige Standort nur für drei bis fünf Jahre.“
ETAPPENZIEL ERREICHT
„Winter ist ein junges und sportliches Unternehmen, das jetzt sein erstes Etappenziel erreicht hat“, sagt stellvertretender Landrat Otto Heiß. Und betont bei dieser Gelegenheit, dass auch das Landratsamt außerordentlich sportlich gewesen sei: „Der Plan wurde am 21. September vergangenen Jahres eingereicht, am 5. Dezember waren alle nötigen Unterlagen zusammen und nur neun Tage später haben wir alles genehmigt.“
Genauso schnell wie es weitergeht. „Der Bau soll im Oktober stehen und bereits Ende November soll die gesamte Produktion hier laufen“, betont Thomas Winter.
Das Gebäude kostet rund 4,5 Million Euro, doch das Investitionsvolumen steigt unter anderem durch neue Maschinen auf derzeitig geschätzte 5,4 Millionen Euro.
„Wir haben gedacht, Speck geht über den Jordan – doch die Pumpenfabrik lebt!“, sagt Bürgermeister Helmut Neuweg und lobt die „eindrucksvolle Pionierarbeit“.
“Ja vor zweieinhalb Jahren hatten wir Schwierigkeiten“, sagt Thomas Winter. „Doch die Rettung ist gelungen, wir haben Arbeitsplätze geschaffen und wir werden so weitermachen.“
| Quelle: Hilpoltsteiner Zeitung | Datum: Dezember 2007 |
Auf Expansionskurs
Speck sowie Maas und Roos wandern ins Gewerbegebiet
Sindersdorf ab
Hilpoltstein (HK) Das Hilpoltsteiner Baugebiet an der Autobahn füllt sich. Bei seiner Sitzung am Donnerstag hat der Stadtrat die Bauvorhaben der Firmen Speck sowie Maas und Roos auf den Weg gebracht. Inklusive Optionen werden 55 000 Quadratmeter verplant.
Die jüngste Geschichte der Hilpoltsteiner Firma Speck hat fast märchenhafte Züge. Noch vor zwei Jahren stand das Unternehmen nach 96 Jahren vor dem Aus – Insolvenz lautete das harte Urteil. Doch dann kam der Unternehmer Thomas Winter. Er führte Speck nicht nur aus der Insolvenz, sondern schnellstmöglich zurück in die Gewinnspur. Nach eineinhalb Jahren unter Winters Führung hat der Betrieb nicht nur zehn Mitarbeiter mehr, sondern seinen Umsatz im Vergleich zu 2005 und 2006 um rund 30 Prozent gesteigert. Hergestellt werden bei Speck nach wie vor Pumpen, von der einfachen Schmutzwasserpumpe bis zu komplizierten Versorgungs- und Löschsystemen von Ölplattformen oder Hochhäusern.
„Wir haben turbulente Zeiten hinter uns“, sagt Firmenbevollmächtigter Axel Wilke. Vieles sei mit Schwierigkeiten behaftet gewesen. „Aber es war spannend und die Substanz der Firma gut.“ Heute habe man mit nahezu gleicher Mannschaft und gleichem Maschinenpark einen erheblich höheren Output. Rund neun Millionen Euro habe man umgesetzt. „Wir werden jetzt aber nicht aufhören und stehen bleiben.“
Im August hat Speck daher beantragt, im Gewerbegebiet ein rund 11 000 Quadratmeter großes Areal zu bebauen. Dazu gibt es die Option auf weitere 16 000 Quadratmeter. Man wolle ja auch in Zukunft wachsen, sagt Firmenchef Winter. Allerdings könne er sich auch vorstellen, dass ein anderes Unternehmen der Wintergruppe in das Gewerbegebiet gehe. Ende Februar ist Baubeginn, eingezogen wird zwischen dem 15. August und dem 15. September.
Rund 4,5 Millionen Euro wird das Unternehmen in den Neubau investieren. Wäre man in der Lohbachstraße geblieben, hätte man den Umbau auch billiger haben können, allerdings nur auf kurze Sicht. Denn eine weitere Expandierung wäre auf dem verschachtelten Gelände nicht möglich gewesen. Zudem hätten ihm die Architekten zu verstehen gegeben, dass eine Ordnung der innerbetrieblichen Produktionsprozesse am alten Standort alles andere als einfach gewesen wäre, erklärt Winter. Zurzeit habe das Unternehmen sechs Lager. „Es ist ein ständiges Hin- und Herfahren.“ Künftig gebe es nur noch ein Lager. Investiert habe Speck aber auch in seine Mitarbeiter, sagt Wilke. So habe man den Lohn um drei Prozent erhöht, zahle wieder ein Urlaubsgeld und es gebe eine Jahresendgratifikation. Auch die Arbeitszeit sei von 37,5 auf 40 Stunden hoch, bei vollem Lohnausgleich. So hätten die Mitarbeiter am Ende 16,5 Prozent mehr Lohn im Geldbeutel. „Das können wir aber nicht jedes Jahr machen.“
Am Speckerfolg teil nimmt auch die Stadt Hilpoltstein. Zum einen bekommt sie ein gut wachsendes Traditionsunternehmen für ihr Gewerbegebiet und zum anderen ein wunderbares Wohnbaugebiet in unmittelbarer Nähe zum Ortskern. 30 Einfamilienhäuser sollen dort gebaut werden. „Da wollen wir mit der Stadt gemeinsam eine Lösung finden“, sagt Winter. Aber nicht vor 2009, denn auch nach dem Umzug will Speck das Gelände noch geraume Zeit nutzen. „Wir wollen nichts überstürzen.“
Noch etwas langfristiger sind die Pläne des Leuchtmittelproduzenten Maas und Roos. Der will in Sindersdorf laut Bürgermeister Helmut Neuweg auf rund 10 000 Quadratmetern bauen und weitere 18 000 optionieren. „Als erstes geht die LED-Produktion raus.“ Baubeginn sei ebenfalls im Frühjahr. Langfristig wolle man innerhalb der nächsten fünf Jahre den gesamten Betrieb verlagern. „Und die Lohbachstraße ebenfalls verlassen.“
Damit ist im Übrigen das Gewerbegebiet an der Autobahn bei Sindersdorf nahezu ausgebucht. Lediglich 50 000 Quadratmeter sind noch frei. „Und da tut sich auch schon was“, sagt Helmut Neuweg. Wer hätte das noch vor zwei Jahren gedacht?
| Quelle: Hilpoltsteiner Zeitung | Datum: Samstag, 22. Dezember 2007 |
Wie Phönix aus der Asche
Speck-Pumpen nach Insolvenz auf Erfolgskurs
Auch Maas & Roos siedelt um
Hilpoltstein (hr) – Das Gesicht der Lohbachstraße in Hilpoltstein wird sich in den nächsten Jahren drastisch verändern. Sowohl Speck-Pumpen als auch Maas & Roos werden diesen Standort verlassen und ins Gewerbegebiet an der Autobahn bei Sindersdorf wechseln.
Option auf Erweiterung
Auf einem 11 000 Quadratmeter großen Areal – mit einer Option auf 27 000 Quadratmeter – will Speck-Pumpen nach Auskunft von Unternehmens-Chef Thomas Winter den Aufwärtstrend fortsetzen, der sich knapp zwei Jahre nach der Insolvenz der Hilpoltsteiner Traditionsfirma abgezeichnet hat. Baubeginn für das 4,5 Millionen-Euro-Projekt soll – sofern es die Witterungsbedingungen zulassen – bereits Anfang Februar 2008 sein. Der komplette Umzug von Speck-Pumpen soll nach Auskunft Winters zwischen 15. August und 15. September 2008 über die Bühne gehen.
Winter geht davon aus, die Produktion am neuen Standort im Spätsommer 2008 mit 75 Mitarbeitern zu starten. Sollte sich die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin so positiv gestalten, könnte man den Personalstamm auf bis zu 100 Mitarbeiter aufstocken und auch die Produktionsstätten dank der Optionsflächen erweitern. Der wirtschaftliche Aufschwung des Unternehmens habe sich somit auch in der Erhöhung des Personals niedergeschlagen. Mit rund 60 Angestellten habe man 2006 das – im Nachhinein sehr erfolgreiche - Unterfangen Unternehmenssanierung in Angriff genommen. Axel Wilke, leitender Angestellter des Hilpoltsteiner Betriebs, kann hinsichtlich des wirtschaftlichen Aufschwungs mit Zahlen aufwarten. So habe man 2006 eine Umsatzsteigerung von 30 Prozent erreicht. Den Umsatz für dieses Jahr bezifferte er auf neun Millionen Euro.
Effizienteres Arbeiten
Der wirtschaftliche Aufschwung des Unternehmens sei nach den Worten Winters letztlich auch ausschlaggebend für die Entscheidung zum Standortwechsel gewesen. Um effizienteres Arbeiten zu ermöglichen, müsse ein „besserer Zulauf der einzelnen Komponenten“ (Winter) ermöglicht werden. Dies sei auf dem 16 000 Quadratmeter umfassenden alten Areal nicht mehr möglich gewesen.
Winter betonte aber auch, dass hinsichtlich des Projekts „Wohnsiedlung am Lohbach“ bis Ende 2008 nichts passieren wird. In Kooperation mit der Stadt Hilpoltstein wolle man nach einer vernünftigen Lösung suchen. Vor 2009 werde man in dieser Hinsicht allerdings nicht aktiv.
30 Doppelhaushälften
Bis dato sei vorgesehen, auf dem Speck-Pumpen-Gelände zirka 30 Doppelhaushälften zu bauen. Dass sich an dieser dichten Bebauung, die vor allem der SPD-Fraktion sauer aufstieß, etwas ändert, schließt Winter aus. Das Projekt müsse sich auch rechnen.
Maas & Roos werde, so Bürgermeister Neuweg, in einem Zeitraum von maximal fünf Jahren die Stadt Richtung Gewerbegebiet an der A9 verlassen. Schon nächstes Jahr soll eine der Produktionslinien auf einem 10 000 Quadratmeter großen Grundstück angesiedelt werden. Baubeginn werde auch hier Februar 2008 sein. Maas & Roos habe ebenfalls die Option auf eine Erweiterung der Produktionsstätten auf 18 000 Quadratmeter.
| Quelle: Hilpoltsteiner Zeitung | Datum: Freitag, 29. Dezember 2006 |
SCHWARZE ZAHLEN
Bei Speck Pumpen in Hilpoltstein geht es aufwärts
Thomas Winter zieht einen ungewöhnlichen Vergleich: "Wir sind sehr sportlich", sagt er in Bezug auf seine Firma. Thomas Winter ist seit fünf Monaten Alleininhaber und Geschäftsführer der Pumpenfabrik Hilpoltstein, die bald wieder Speck Pumpen heißen wird.
HILPOLTSTEIN (car) - Seit 1. August gehört der Betrieb, der im Februar 2006 Insolvenz angemeldet hatte, dem 39 Jahre alten drahtigen Betriebswirt. Nach Monaten zwischen Hoffen und Bangen, in denen Insolvenzverwalter Dr. Werner Pöhlmann das 97 Jahre alte Traditionsunternehmen unter seine Fittiche genommen hatte, kaufte Winter die Immobilie, später auch die GmbH und übernahm die Firma mit allen Angestellten.
Die Pumpenfabrik ist damit Teil der Winter-Group mit Lüftungsbaubetrieben in Langenzenn, Fürth und Sulzbach-Rosenberg sowie einer Gießerei in Kronach. Winter selbst versprach damals der von 80 auf gut 60 Mitarbeiter reduzierten Belegschaft des insolventen Unternehmens:"In einem Jahr schreiben wir schwarze Zahlen."
Urlaubsgeld
Fünf Monate dieses Jahres sind vorbei. Die Pumpenfabrik Hilpoltstein schreibt bereits schwarze Zahlen. Drei neue Mitarbeiter wurden eingestellt, fünf weitere sollen folgen. Ab sofort wird wieder Urlaubsgeld bezahlt, "das hat es schon viele Jahre nicht mehr gegeben."
Zu verdanken habe man diese Geschwindigkeit den gut motivierten Mitarbeitern und den treuen Kunden, lobt der Inhaber und Geschäftsführer ausdrücklich.
Dazu kommt aber das, was Winter etwas bescheiden "sportlich" nennt: Gleichzeitig mit der Übernahme wurde schnell und effektiv modernisiert und umstrukturiert. Eine neue Software ist gerade in der Einarbeitungs- und Erprobungsphase. An der Entwicklung einer neuen Pumpe wird fieberhaft gearbeitet, so dass das Produkt nach drei Monaten Enwicklungszeit verkaufsfertig ist.
Gleichzeitig schaut sich Winter die Lieferanten ganz genau an und wird wohl ein Drittel von ihnen verabschieden. Die Regelung, dass ein Insolventer Betrieb Vorkasse leisten muss, gelte jetzt nicht mehr - nach fünf Monaten ist die Schonfrist abgelaufen." Selbstbewusst setzt der Speck-Pumpen-Chef hinzu: "Das machen wir nicht mehr mit, dazu sind wir zu sehr wachstumsorientiert."
Mit der Übernahme der Firma bewege sich als nicht nur etwas, sondern viele Dinge gleichzeitig. Dazu kommt laut Winter, dass Speck Pumpen seine Kunden auf dem internationalen Wachstumsmarkt habe. "Energie und Logistik sind die großen internationalen Stützen", sagt der Betriebswirt. Im Schiffsbau und in der Ölindustrie, zum Beispiel für Off-Shore-Plattformen, sind die hochspezialisierten Kreiselpumpen des Hilpoltsteiner Traditionsunternehmens begehrte und wichtige Teile.
Das war für Winter auch ein wesentlicher Grund für die Firmenübernahme: "Die Speck-Pumpen sind seit Jahren als hochwertiges Produkt bekannt. Ich habe an dieses Produkt geglaubt und wusste, dass die Firma ein hohes Potenzial hat, schnell wieder in den profitablen Bereich zurückzukehren." Dass es damit noch schneller ging als erhofft, freut ihn einfach. Aber es ist nicht nur der sportliche Ehrgeiz, der den erfolgreichen Unternehmer beflügelt. Der Betrieb, der in gut zwei Jahren seinen 100. Geburtstag feiern kann, bedeute ihm etwas.
"Ich will die Firma nicht wieder verkaufen", hat er den Spekulationen skeptischer Mitarbeiter von Anfang an entgegengehalten. Noch keinen seiner insgesamt sechs Betriebe, mit denen er seit elf Jahren Erfolgsgeschichte schreibt, hat er verkauft.
So auch in Hilpoltstein: "Ich will hier Standortsicherung betreiben und den Betrieb weiter ausbauen."
| Quelle: Hilpoltsteiner Zeitung | Datum: Juli 2006 |
FIRMA GERETTET
Speck Pumpen in Hilpoltstein haben einen neuen Besitzer
HILPOLTSTEIN (hiz) - Die Belegschaft der alt eingesessenen Firma Speck Pumpen in Hilpoltstein kann aufatmen. Die Zukunft des Betriebes, der vor Wochen Insolvenz angemeldet hatte (wir berichteten), ist gesichert.
Die Speck Pumpen Daniel Speck und Söhne GmbH hat einen neuen Besitzer. Das Hilpoltsteiner Traditionsunternehmen wurde von Thomas Winter, einem erfolgreichen Unternehmer, übernommen.
Wie Insolvenzverwalter Dr. Werner Pöhlmann gestern Nachmittag mitteilte, konnte mit dieser Übernahme der Standort Hilpoltstein erhalten werden. Damit sei es nun möglich, die Arbeitsplätze langfristig zu sichern.
Er zeigte sich erleichtert, mit Thomas Winter einen "verlässlichen Partner mit dem nötigen unternehmerischen Weitblick gefunden zu haben", heißt es in der Pressemitteilung des Insolvenzverwalters. Der 38-jährige Unternehmer leitet als Gesellschafter und Prokurist seit elf Jahren die Krauss Lüftungsbau GmbH in Langenzenn. Auch diesen Betrieb habe Winter übernommen.
Es sei laut Pöhlmann Winter nicht nur gelungen, den Betrieb zu erhalten und in kürzester Zeit wieder in die Gewinnzone zu bringen; mit viel unternehmerischem Geschick war es diesem auch möglich, alte Geschäftsfelder auszubauen und neue dazu zu gewinnen. Insbesondere gelang es internationale Absatzmärkte zu erschließen. Der Personalbestand hat sich in dieser Zeit erweitert.
Qualität bleibt erhalten
Die Mitarbeiter der Speck Pumpen-Werkes in Hilpoltstein könne daher genauso optimistisch in die Zukunft blicken wie die Abnehmer der Produkte des Traditionsunternehmens, versichert der Insolvenzverwalter. Auch in Hilpoltstein werde alles dafür getan, den hohen qualitativen Standard der Speck Pumpen aufrecht zu erhalten und das internationale Geschäftsfeld auszubauen.
Pöhlmann ist davon überzeugt, das Unternehmen, das nach dem im Rahmen des Verfahrens erstellten Gutachten nicht überschuldet war, in gute und verantwortungsvolle Hände gegeben zu haben.
| Quelle: Hilpoltsteiner Zeitung | Datum: August 2006 |
SUPER LÖSUNG
Thomas Winter übernimmt Speck Pumpen
HILPOLTSTEIN (HK) - Dieter Saalfelder, Betriebsratsvorsitzender von Speck Pumpen, ist mehr als erleichtert. "Das ist eine super Lösung. Wichtig ist, dass der Betrieb wieder in festen Händen und die Zeit der Unsicherheit vorbei ist."
Denn nach vier Monaten Insolvenzverfahren hat gestern die neue Firma, Speck Pumpen Hilpoltstein GmbH, ihre Geschäfte aufgenommen. "Ich hoffe, dass wir in sehr kurzer Zeit in die Gewinnzone zurückkehren werden", sagt der neue Eigentümer Thomas Winter. Bereits in einem Jahr will Winter schwarze Zahlen schreiben.
Standort sichern
Der 38-jährige Unternehmer aus Langenzenn ist geschäftsführender Gesellschafter und hat vor elf Jahren eine Lüftungsbaufirma in der Region übernommen und wieder auf Erfolgskurs gebracht. Die Firma expandierte sogar.
Mit Speck Pumpen in Hilpoltstein hat sich Winter ähnliche Ziele gesteckt. "Wir werden versuchen, dass wir ausgestellte Mitarbeiter wieder einstellen, wenn sich die weltweite Konjunktur positiv entwickelt", sagt Thomas Winter. Lohneinbußen müsse niemand befürchten. Derzeit sind in Hilpoltstein 65 Mitarbeiter beschäftigt. Während des viermonatigen Insolvenzverfahrens wurden 17 Angestellte entlassen, einige haben gekündigt. "Die Produktivität hat das nicht geschwächt", sagt Winter, der den Standort Hilpoltstein dauerhaft sichern will. "Ich habe die Immobilie mitgekauft. Da steckt viel Eigenkapital drin."
"Produkt war nie schlecht"
Nicht nur deshalb ist Winter überzeugt, dass der Neustart gelingt. "Das Produkt war nie schlecht", sagt der neue Geschäftsführer. Deshalb werde man die gleichen Pumpen produzieren, wie die Vorgängerfirma. Verfehlungen habe es allerdings im Management und im kaufmännischen Bereich gegeben. Dennoch sei die Firma nie überschuldet gewesen. Zudem seien alle Kunden Speck Pumpen treu geblieben. Ein Stamm, auf den sich aufbauen lasse.
Insolvenz vergessen
Jetzt will Winter die Zeit der Insolvenz schnell vergessen machen. Er gehe davon aus, dass jeder Mitarbeiter seine Teil dazu beitragen werde. Es gehe darum, ein Wir-Gefühl zu erreichen. Durch das Insolvenzverfahren sei die Belegschaft bereits zusammengeschweißt worden.
Albin Hannich, ehemaliger Geschäftsführer und jetziger Betriebsleiter, macht neuen Schwung in der Belegschaft aus: "Die Unsicherheit ist weg. Das wird die meisten motivieren." Davon geht auch Betriebsratsvorsitzender Dieter Saalfelder aus: "Wir hoffen, dass die Stimmung besser wird - und dann natürlich auch die Zahlen. Sonst nützt die ganze Stimmung nichts."
Bürgermeister Helmut Neuweg ist erleichtert: "Es ist eine große Freude, dass der Betrieb erhalten werden kann." Die Verwaltung habe den Ablauf des Insolvenzverfahrens so weit wie möglich erleichtert und die Stadt habe bei der Gewerbesteuer still gehalten. "Es hat sich rentiert, ruhig zu bleiben und nicht gleich den Gerichtsvollzieher zu schicken."